Vladislav Knoll

 

Die kaschubische und polabische Phonetik – ein Vergleich

 

           

Das westslawische Sprachgebiet erreichte noch bis Ende des 12. Jahrhunderts zu den Städten Kiel, Hamburg, Lüneburg und überstieg sicher die Saale. Wir können diese Sprachen und Dialekte in drei Hauptgruppen verteilen, die eingentlich umfassen die Tschecho-slowakische Gruppe, von welchem stammen drei heutige Schriftsprachen und zwar Tschechisch, Slowakisch und Banat-Ruthenisch. Die Reste der sorbischen Gruppe sind Obersorbisch und Niedersorbisch in Lausitz. Die übrige westslawische Sprachen ordnet man in den sog. lechische Zweig, der das Polnische, Kaschubische und Polabische umfasst. Dabei wird auffällig, dass diese Sprachen und Idiome über zahlreiche gemeinsame Eigenheiten verfügen, die in den anderen westslawischen Sprachen so gut wie gar nicht vorkommen. Zudem kann man den lechischen Zweig weiterhin noch in drei weitere sprachliche Bereiche unterteilen: den ostlechischen (polnische Dialekte), westlechischen (polabische Dialekte) und den (pomoranischen) Übergangsbereich, der sowohl die sprachlichen Eigenheiten des westlichen Gebiets, als auch die des östlichen mit einschließt.

Den dialektalischen Reichtum des Polabischen können wir heute kaum ordentlich feststellen, aber man verteilt diese Mundarten mindenstens in zwei große Zweige und zwar die Abodritische und die Lutizische, dessen südliche Grenze waren etwa heutige Städte Zerbst, Berlin und Frankfurt (Oder). Im Pomoranischen könnte man auch zwei größere Bereiche unterschieden, ich meine das Westpomoranische und Ostpomoranische. Dem Mundart von Rügen gibt man eine besondere Position, oder ordnet es zum Westpomoranischen. Das Ostpomoranische könnte man auf Deutsch auch das Pomerellische nennen und besteht aus den  kaschubischen Dialekten und slovinzischen Mundarten. Ich möchte auch unterstreichen, dass ich darum die Termine Pomoranisch, Pomerellisch und Kaschubisch nicht gleichsetze.

Selbstverständlich gibt es gleichfalls auch Ähnlichkeiten zwischen dem Kaschubischen und nordpolnischen Mundarten, man muss sich in diesem Zusammenhang jedoch vor Augen führen, dass sich die Eigenheiten der westslawischen Sprachen nicht immer ohne weiteres klassifizieren lassen und eventuelle Unterschiede somit zuweilen nicht ganz ersichtlich sind.

Die Grenzen zwischen jenen sprachlichen Erscheinungen waren allerdings nicht selten verwischt, so dass sich beispielsweise schon in den sorbischen und kaschubischen Mundarten Lexeme und Formen finden, die den polabischen und polnischen häufig sehr ähneln. Eine vergleichbare Situation ist auch in den slowenischen Dialekten zu beobachten, die bereits westslawische Spracheigenheiten aufweisen. Man sollte zudem auch hervorheben, dass die erwähnten Dialekte und Sprachen, jeglicher Verwandtschaften und Analogien ungeachtet, sich zusätzlich stets unter dem Einfluss der dominanten Sprache des jeweiligen Gebiets entwickelt haben, wie in diesem Fall des Deutschen.

Bei einer vergleichenden Studie des Pomoranischen und Polabischen stellt sich ferner auch das Problem ein, dass das Polabische und Westpomoranische ausgestorben ist. Das Altpolabische lässt sich z.B. oft nur insofern rekonstruieren, wie es uns die einstweilen von den damals noch unabhängigen Polaben verwendeten Orts- und Personennamen aus den erhaltenen Aufzeichnungen und Chroniken erlauben. Noch auf heutigen Karten der BRD können wir einige Namen der Orte slawischer Ursprung finden, aber dessen Klang hat sich oft durch die Jahrhunderten ziemlich verändert. Die Unterschiede zwischen der damaligen und heutigen sprachlichen Situation in Pommern waren also vergleichsweise beträchtlich, zumal man sie früher auf einem ungleich größeren geographischen Bereich zu gebrauchen gewohnt war.

Das Polabische stellte jedoch nie ein homogenes Sprachsystem dar, sondern umfasste eine Vielzahl von Dialekten, aus den sich lediglich das Dravänopolabische am längsten erhalten hat (bis zum 18. Jh.)[1]. Die einzige Gedächtnisse dieser Sprache sind einige Wörterbücher und kurze Sätze, die von wenigen lokalen Enthusiasten hergestellt wurden, die aber zumeist weder Polabisch, noch eine andere slawische Sprache sprechen konnten. Somit schafften sie eine zwar zu begrüßende, aber nur wenig brauchbare Grundlage für weitere linguistische Studien, von einer sinnvollen Grammatik mal ganz zu schweigen. Eine polabische Literatur gibt es, von dem einzigen in dieser Sprache niedergeschriebenen literarischen Erzeugnis, dem Vogelhochzeitlied, mal abgesehen, bedauerlicherweise ebenfalls nicht.

Sprachliche Besonderheiten des Kaschubischen lassen sich wiederum in älteren, bereits aus dem 15. Jh. stammenden Fundgruben finden, wie z.B. in den Dutki ziemskie (1402) sowie insbesondere in den Übersetzungen Szymon Krofeys (1586) und Michael Pontanus (1643).[2] Die Sicherheit der heutigen Forschungsergebnisse bleibt dabei allerdings eingeschränkt, da jene Werke eigentlich im kaschubisierten Polnischen verfasst sind und für eine zuverlässige Rekonstruktion damaliges Kaschubischen nicht überaus förderlich sind.

Eine synchronische Betrachtungsweise des Kaschubischen und Polabischen ist deshalb nahezu unmöglich. Man darf überdies nicht vergessen, dass das Dravänopolabische die Entwicklung der polabischen Sprache, deren erste Quellen gar in das 11. Jh. zurückreichen[3], nicht unmittelbar weiter fortführte. Dieses Argument wird zudem noch insofern untermauert, als dass uns die dravänopolabische Phonetik erst seit dem 17. Jahrhundert bekannt ist. Es liegt also auf der Hand, dass auch die Situation des Kaschubischen in diesen Zeiten sicherlich von den späteren Normen abwichte und es, ob man will oder nicht, im Grunde genommen erst gar nicht zu einer folgerichtigen Komparation zweier Sprachsysteme kommen kann, wenn sie in einem zeitlichen Abstand von dreihundert Jahren schriftlich festgehalten wurden.                  

 

 Die Betonung

 

            Die Betonung ist in den westslawischen Sprachen oft jeweils höchst unterschiedlich: Im Sorbischen, dem Südkaschubischen, dem Tschechischen und Slowakischen liegt die Betonung zumeist auf der ersten Silbe (vermutlich seit dem 14. Jh.), in den polnischen, schlesischen sowie tschechischen Dialekten wiederum auf der vorletzten Silbe (seit dem 18. Jh., bis zu diesem Zeitpunkt lag die Betonung auf der ersten Silbe) und in den südkaschubischen Idiomen sowie im besonderen in den slovinzischen Dialekten war der Akzent teilweise variierend (z.B. bøeg, na bøegu; noga - na nogach; darëjã - daješ)[4]. Für das Mittelkaschubische ist es hingegen bezeichnend, dass die Betonung bei allen Formen ein und desselben Substantivs auf der gleichen Position situiert ist (z.B. brzég, na brzegu, noga - nogach, darëjã - darëješ). Die Beweglichkeit eines Akzents hängt oft auch von der Komposition des jeweiligen Lexems ab (Meistens sind diverse Präfixe und Suffixe dafür verantwortlich, dass die Betonung von einer Silbe auf die andere verschoben wird.). Immer liegt die Betonung auch auf dem einst beweglichen e, wie z.B. in pòkazac, rodzëna, rechùnk. Die Akzentuierung im Dravänopolabischen war bezeichnenderweise ebenfalls nicht festgelegt.[5] Dies kann man u.a. daran erkennen, dass die jeweilig nach der betonten Silbe vorkommenden Vokale zumeist reduziert wurden (zenë – die Ehefrau, aber: paivo – das Bier, jagraic’ë – das Spielzeug, srebrü – das Silber). Jene Unterschiede in der Vokallänge existieren heute lediglich nur noch im Tschechischen und einigen west- und mittelslowakischen Dialekten. In der polnischen Sprache verschwanden sie vermutlich im 15. Jh, auf der Halbinsel Hel sollen sie sich jedoch gar bis zum 19. Jh. erhalten haben.[6]

 

Die Entwicklung der Vokale a/e/o/u

 

Im 12./13. Jh. entstanden sowohl im Polnischen als auch im Kaschubischen die gedehnten Vokale á, é, ó, von denen sich beispielsweise in der polnischen Sprache bis heute nur noch das ó, also das allseits bekannte „geschlossene u“ erhalten hat. Da im Kaschubischen hingegen jene Selbstlaute ob der weiter oben beschriebenen Unterschiede in der Vokallänge länger überleben konnten, war dementsprechend auch ihre Entwicklung von längerer Dauer. So entwickelten sie sich (vermutlich im 16. Jh.)[7] analog zu den in den schlesischen Idiomen enthaltenen Vokalen o, i, u (z.B. dá³ - do³, rzéka - rzyka, róg - rug). Widmen wir uns nun allerdings mehr der Entwicklung der Vokale im Polabischen, die in diesem Fall wiederum nicht zeitlich definiert war.

  Bereits im Altpolabischen finden wir die Vokale e (Camin – der Stein, Kremmin – der Feuerstein)[8] und  o (Guriz - gorica, musteke - mostek)[9]. Im Dravänopolabischen wurde das a zu dem gedehnten o (zobo – der Frosch, jopkë – der Apfel) und das e wurde vor jedem alveolaren Konsonanten (außer r) gleichsam verkürzt (sist - szeœæ). Das ursprünglich slawische o wurde vor nicht-palatalen Mitlauten wie ö (döl - dó³, özë - koza), in anderen Fällen jedoch wie ü (ün - koñ, üzë - skóra -  s³ow. kôža) ausgesprochen.[10] Ähnlich wurden auch die einstigen Laute á > o > ô wiedergegeben (z.B. dô³, ptôch) oder u (klucz). Deshalb klingen die Vokale ó und u im Kaschubischen auch nicht gleich (wie beispielsweise im Polnischen).

Im Nordwestkaschubischen wird á zu å (z.B. èårni) und im Slovinzischen und Kabatkischen sogar erscheint ein Zwielaut åu (påulc – kasch. pôlc, gråud – kasch. grôd)[11], den finden wir nicht vor r (dår). Ähnlich wie in einigen kaschubischen und schlesischen Mundarten, trifft á zudem auf einen nasalen Mitlaut (kasz. pón, slovinz. póun, pl. pan).[12] Eine mit der kaschubischen Sprache vergleichbare Situation tritt auch auf, wenn á vor v erscheint, das im Slovinzischen vor Vokalen immer zu einem bilabialen Laut wird (prøüda - kasz. prôwda)[13] und sogar á vor j (dasselbe im Kabatkischen: krøj). Für die westkaschubischen Mundarten ist jedoch typisch die Entwicklung á zu ì (gvìzda, èìrni)[14]

Unabhängig von der Vokallänge werden die Selbstlaute o und u vor den im Labium und Velum artikulierten Konsonanten labialisiert.[15] Im Kaschubischen wird es schriftlich folgendermaßen wiedergegeben: ò /ue/ ù /ui/ (z.B. mòrze, gbùr). In verschidenen kaschubischen Mundarten findet man jedon auch andere Aussprachen, im Nordkaschubischen hört man z.B. /chuyri/, /kuypac/ statt chòri, kòpac[16]. Das Kabatkische kennte die Entwicklung des labialisierten o zu wie in betonter und uo in unbetonter Silbe (kab. /gwiesc/ - kasch. gòsc /weda/; kab. /ñebuo/)[17].  Im Slovinzischen und Kabatkischen veränderte sich o, und zwar unabhängig von jeglichen vorangehenden Mitlauten, in der betonten Silbe zu üø/uo (slov. sküøp, wüøda, ñüøsã; kab. druoga, duojic) und in der unbetonten Silbe zu ø (nøwí, chørí). Vor j/r vereinfacht erscheint der Zwielaut im Slovinzischen nicht (vøjna, górka, gnój)[18]. Etwas Ähnliches ist gleichfalls im großpolnischen Raum zu beobachten. Hinzuzufügen ist überdies, dass z.B. das Präfix wò in seiner einleitenden Position im Kaschubischen ohne w gelesen wird, also /ueda/. Vergleichbare Unterschiede gibt es auch im Dravänopolabischen: /vå/ sprechen wir hierbei vor ursprünglich nicht-palatalen (vådë - woda, våsk - wosk, våknü - okno) und /vü/ vor palatalen Lauten aus, sowie oft auch in den Präfixen o-/ob-/ot- (vå vüdë - we wodzie, vü¾a - wola).[19]

 

Entwicklung der Vokale i/y/u

 

Im Dravänopolabischen ist es mit der Zeit zu einer Diphthongisierung der Selbstlaute i, y und u gekommen (unabhängig von ihrer Position). Das ursprüngliche i wurde in seiner gedehnten Stellung zu ai (laipo - lipa, laiskë - lis) und das y zu oi/åi (zoboi - ¿aby, voisëk - wysoki). In beiden Fällen ist das zweite Segment des Diphthongs vor dem  j gleichsam verschwunden (kråjë - kryje) und konnte sich augenscheinlich auch nicht in den Gruppen ir/yr auf Dauer erhalten (sar - ser, sarütë - szeroki). Zudem ersetzte ai den Monophthong i nach k/g/ch.[20]

 Bereits in altpolabischen Texten taucht anstatt des Vokals y zumal nach labialen Konsonanten oj/ej. (Boytin, Weysentyn, aber: Wizoka, Pribislaus). Jener Umstand könnte theoretisch eine sehr frühe Diphthongisierung bedeuten, aber, so Maria Je¿owa, oj/ej stellte lediglich den vergeblichen Versuch der Deutschen dar, das slawische y schriftlich festzuhalten.[21] Überaus interessant ist hierbei auch die Analogie zu der historischen Entwicklung der Selbstlaute im Tschechischen und Mährischen, wo eine Modifikation des gedehnten ý zu ej stattgefunden hat (mejt - polab. moit – waschen)[22]. Im Anlaut und vor labialen Mitlauten wird man überdies stets eines ai gewahr (aimartë - tot, glaipë - dumm), das sich aber vor einem  j auflöst (cajë - czuje). An anderen Stellen, beispielsweise in Werken von Autoren, die im Drävanopolabischen zu schreiben bemüht waren, finden wir z.B. auch oi, bei anderen hinwiederum mehrfach au (moicho/maucho – die Fliege).

Jene besagten kurzen Selbstlaute, flossen mit der Zeit langsam zu dem für das Kaschubische so charakteristische ë zusammen (rëba, lës, brzëch). Zuvor allerdings verschmolzen noch die Vokale y und i zu einem einheitlichen i, wie es vergleichsweise in der tschechischen und slowakischen Sprache sowie in einigen Dialekten in Masuren und im Süden Großpolens der Fall war.[23] Der Folgelaut des gedehnten  u, der gegenwärtig ähnlich wie ü wiedergegeben wird, steht jenem i überdies phonetisch sehr nahe. Deshalb scheinen einige Wörter, die ein i statt des einstigen u aufweisen, bisweilen an das tschechische i zu erinnern, zumal wenn sie nach weichen Konsonanten vorkommen (z.B. klíè). Eine ähnliche Entwicklung des u erfolgte also auch in tschechischen Dialekten (z.B. bøich – der Bauch) oder etwa in einigen, längst ausgestorbenen Mundarten des Slovinzischen (z.B. drügi)[24]. Die Entstehung des kaschubischen ë (auch als szwa kaszubskie bekannt) lässt eine Analogie zu der Entwicklung von y in einigen Dialekten des Tschechischen vermuten, wo es je nach Region zu dem gedehnten ê bzw. kurzen e wurde. Eine vergleichbare Veränderung machte gleichfalls der Selbstlaut i durch (nach c/s/z, in einigen Dialekten sogar nach c/š/ž (rêba - ryba, cêzi - obcy, žêvot - ¿ycie)[25].

 

 

Die Anlautsgruppen- und -silben

 

Die Veränderung der Anlautsgruppen ra- und ja- zu re- und je- (kasch. red³o, reno, jerzmo)[26] stellt eine für den gesamten nordpolnischen Sprachbereich durchaus bezeichnende Eigenheit dar. Eine ähnliche Tendenz ist bereits in einigen wenigen Idiomen des Polabischen im 10. (re-) und 17. Jahrhundert (je-) zu beobachten. Davon zeugt beispielsweise die heute noch bestehende Bezeichnung des mecklenburgischen Flusses Recknitz oder etwa des Stammes Redares. Die Anlautsgruppe ja- hat sich im Polabischen nur im Fall von jar- erhalten (Jereslaus, Germarus).[27] Im Dravänopolabischen ist jenes Spezifikum überhaupt nicht zu finden.

Die Anlautsgruppe j- blieb im Polabischen von jeglichen Veränderungen unbeeinflusst (z.B. jåglë). Auch im Sorbischen (jeg³a, jeh³a), Tschechischen (jehla) sowie dem schlesischen Dialekt (jeg³a) wurden keine Verschmelzungen oder sonstigen Modifikationen ermittelt. Die Gruppe je- taucht vor allem in den Mundarten des Nordkaschubischen auf (jeg³a, jegla)[28] sowie auch ebenfalls in einigen Wörtern der im Süden und Tuchel-Heide vorkommenden Idiome (jegliwie)[29].

Die Gruppen vu- und vo- kommen in einigen west- und ostslawischen Dialekten auf, im Tschechischen z.B. existiert nur ausschließlich die vo-Gruppe (vokno, voko). Im Sorbischen und Polabischen finden: woko, wucho; våü, vauch’ü. In den Dialekten in Groß- und Kleinpolen beobachten wir des Weiteren eine Labialisierung des Anlauts o- (wokwo). Im Kaschubischen wird er, genauso wie auch der Anlaut u, nach labialen und velaren Konsonanten anders labialisiert (z.B. wekwe).

 

 

Der Umlaut

 

Eine der wichtigsten Gemeinsamkeiten polabischer, pomoranischer und polnischer Dialekte war unzweifelhaft die Veränderung des ursprünglichen ì, das vor einem dentalen und alveolaren Mitlaut (also t, d, s, z, n, r, ³) zum á wurde. Auch in einigen Mundarten des Niedersorbischen vollzog sich diese Veränderung. Aus dem Altpolabischen sind uns die Formen „Dadowe“ und „Pana“ (auch: Pena – heute jedoch: Peene) bekannt, wobei es auch Ausnahmen gibt, wie z.B. „Zuerin“ (Schwerin).[30] Im Dravänopolabischen finden wir, wie in allen anderen Fällen, statt a das neue o (¾otü – der Sommer, ostü – der Teig). Natürlich kann es auch vorkommen, dass sich im Dravänopolabischen an Stelle des pomoranischen gedehnten á (das kaschubische ô, ursprünglich wie o ausgesprochen) das aus a entstandene o wieder findet (biolë - biô³i)[31]. Unter ähnlichen Bedingungen wurde das ursprüngliche slawische ê zu õ (jõdro - jêdro - jãdro)[32]. In polnischen und kaschubischen Dialekten war jene Veränderung ob der Verschmelzung von Nasallauten von der Vokallänge abhängig. Eine Veränderung des Umlauts e (zu ó) vor einem dentalen bzw. alveolaren Mitlaut gibt es in der polabischen Sprache nicht (¿ona - zenë). Hier tritt der Selbstlaut i an die Stelle von e vor ursprünglichen Palatalen (¿onie - zinë).

 

 

 

Die TarT-Gruppe

 

Bezeichnend für die ausgestorbene polabische Sprache ist vor allem die Entwicklung der urslawischen TorT-Gruppe zur sog. TarT-Gruppe.[33] Diese tauchte bereits in den Ortsnamen der heutigen Bundesrepublik Deutschland auf, wie beispielsweise in „Viligard“ (Dorf Mecklenburg), „Stargard“ (Oldenburg) oder etwa in eigenen, aus diversen Chroniken stammenden Bezeichnungen (Barnim). Sogar bis zum heutigen Tage wird man noch auf der Suche nach derartigen Namen in Pommern fündig (Bia³ograd, Stargrad). Im Dravänopolabischen hingegen wurde die TarT- zur TorT-Gruppe[34] (gord, vorno, gorch); das Wort bröda (TroT-Gruppe) stellt hierbei wohl nur die einzige Ausnahme dar. Was die kaschubischen Mundarten angeht, so ist die TarT-Gruppe vor allem typisch für den nördlichen und altslovinzischen Dialekt (warna, südlich:  wrona).[35] Überaus interessant ist auch, dass man in der Kaschubei in zahllosen etymologisch verwandten Wörtern jeweils unterschiedliche Entwicklungen der besagten Gruppe beobachten kann, z.B. karwiñc (Kuhfladen) - krowa (Kuh)[36]

 

Die To³T-Gruppe

 

Die ursprüngliche TelT-Gruppe wurde beinah auf dem gesamten nördlichen lechischen Gebiet (Magdeburg-Berlin-Bydgoszcz-Gdañsk) zur sog. To³T-Gruppe labiovelarisiert. Insbesondere im Slovinzischen tauchen Wörter, wie mluoc, èôün, mloukô[37] auf, (aber auch mlékwo, mléè) und Wörter wie mlåt oder mlå im Dravänopolabischen, wo sich diese Gruppe mit der TolT-Gruppe verschmolzen hat (zlåtë, glåvë).[38] In sorbischen und polnischen Mundarten tritt ³o anstelle von el nur nach è, š, ž auf (cz³onek - è³ónk). Heute ist das le, sowohl in kaschubischen als auch in polnischen Mundarten üblich (mlékò, aber: m³oc, p³oc).

 

Die Nasallaute

 

Die Nasallaute haben sich lediglich in den dem lechischen Bereich zugeordneten Sprachen erhalten, wenngleich man noch einige Reste in den mazedonischen (bei Thessaloniki) und tschechischen Mundarten (Troppauer Mundart) vorfinden kann.[39] Im Altpomoranischen und Altpolabischen hat sich das urslawische õ zu ã verändert (pol. glambeke, gamb, Gans; pom. Dambna, damp)[40]. Der urslawische Laut ê hingegen wurde in Altpolabischen vor harten Vorderzungenkonsonanten zu ã, in anderen Fällen hat er sich allerdings erhalten können (z.B. Knegene). In Altpomoranischen sehen wir die Schwankung zwischen ã(Ende des 13. Jahrhundert: Swenthopelcus, Swantopolcus)[41]. In anderen Fällen beobachten wir die Tendenz der Verengerung des ê zu į (Werle1238, Pomerellien 1305: Winzlaus; Rügen 1241: Vincemir[42], Wdzydze 1378 - Synse, 1224 Mislincino)[43]. Schließlich kam es zur Denasallierung dieses į (sygnie, wicy, jastrzib). Im Nordkaschubischen finden wir noch ein Paar Formen, die das einzige į (z.B. pinc, dzevinc). Die verengerte Formen finden wir vor allem im Norden.

Die weitere Entwicklung des Nasallautes ã in Kaschubischen ist ziemlich ähnlich wie in den polnischen Mundarten, wo noch bis zum 15. Jh. beide Nasalllaute (dieselbe Situation gibt es in Saborisch) nur durch ihre Länge unterscheiden konnten. Anstatt kurzer Nasallaute haben wir im Kaschubischen das nasale ã (im Norden ê/į), der lange Nasallaut hinwiederum wurde im Kaschubischen und in den großpolnischen Dialekten zu dem kurzen õ. Im Kaschibischen ist jedoch mächtig die Tendenz der Schließung dieses Vokals zu ų[44].  Sehr Interessant finde ich die Entwicklung im Slovinzischen und Kabatkischen, wo sie bis einen Zwielaut (Klucken: lóųka), schließlich denasalierten (Garden: lóuka, Kab. ³óuka - vgl.: Tschech. louka) ankam.

Im Dravänopolabischen[45] verlief die Entwicklung höchst unterschiedlich: Das ursprüngliche en wurde zu ã (jãcmin, enãdz), mit Ausnahme von der Position vor einem nicht-palatalen Konsonanten. Hier tritt das kurze (in literarischen Texten häufig ung, un geschrieben) õ (jõdrë - jêdro). Das ursprüngliche õ wurde lediglich verkürzt (gõs, zõb), nur nach j und ursprünglich palatalen Mitlauten ist eine Entwicklung zu ã (püjã) zu beobachten. Interessant wäre es überdies, noch den Nasallaut des Akkusativs sowie des Instrumentales eines Substantivs (Maskulinum) im Singular (z.B. polab. ïörõ - kasch. górã - pl. górê x ïörã - kasch./pl. gór¹) und die erste Person eines Verbs (z.B. plocã - kasz.p³aczã).

 

Die reduzierten Vokale ь/ъ

 

Die reduzierten Vokale haben sich im Polnischen entweder nicht erhalten können oder sahen sich im 12. Jh. zum Teil einer Vokalisierung ausgesetzt, die indes auch im Polabischen zu beobachten ist, vo sich auch in schacher, aber betonten Position die reduzierten Vokale (kåtü - kasch. chto) erhalteten. In starker Stellung hat sich also im Drewänopolabischen aus beiden reduzierten Vokalen meistens å, oder a (ь vor palatalisiertem Vokal; z.B. vas, vås) entwickelt. Für das Altpolabische und Altpomoranische ahnen wir die Entwicklung der beiden Volkalen e (Mechowe, Mechov)[46]. Vielleicht gab es hier jedoch mundartliche Unterschiede, im Hinblick auf das andere Ergebnis der Vokalisierung im Drewänopolabischen, die sich den westniedersorbischen Dialekten[47] und der slowenischen und serbokroatischen Sprache nähern (dan, vaš). In Kaschubischen ist die Vokalisierung der ь/ъ ähnlich wie im Polnischen. Das meint ь zu ‘e (wies) und ъ zu e (wesz). Verschiedene Situation erschien im Slovinzischen und Kabatkischen, wo die ь/ъ zu ie oder ei vokalisiert wurden (vjies, veiš). Das bewegliche e, das sowohl im Polabischen als auch Polnischen zu finden ist (polëc, palec), existiert im Kaschubischen und den sorbischen Mundarten gar nicht mehr (pôlc, palc).  Dies beeinflusst die Bildung des Diminutivs im Kaschubischen, ein Beispiel mag an dieser Stelle genügen: knôp - knôpk - knôpiczk (ein Junge).

 

Die Fließlaute

 

Die ursprünglichen Sonanten l/¾ haben sich im Polabischen und Pomoranischen, ähnlich auch wie in den anderen ostslawischen Sprachen, zu ol entwickelt. Unter deutschen Ortsnamen slawischen Ursprungs stößt man nicht selten auf derartige Formen wie Moltzow oder etwa Wolkow. Im Polnischen würde man die il-Gruppe entsprechen (milkn¹æ, wilk). Im Dravänopolabischen tauchen wiederum Formen wie vauk (der Wolf) oder vauno (die Welle) auf, die zudem ähnlich klingen wie die gleichbedeutenden Ausdrücke im Slovinzischen: vøuk, vøuna (russ. вoлк, вoлнa).[48] In jenem Dialekt fand zusätzlich zwischen einem Vokal und einem Konsonanten eine Bilabialisierung des Lautes v statt (z.B. krøuc). Die Entwicklung von l verlief ebenfalls unter vergleichbaren Bedingungen. Im heutigen Kaschubischen, die ol-Gruppe mit dem ursprünglichen gedehnten á (> ô) verschmolzen ist (etwa nach 15. Jahrhundert)[49], stößt man auf Wörter wie mô³kn¹c (erschlaffen) oder mô³niô (der Blitz; russ. мoлния). Nach Dentalen befindet sich jedoch wie im Polnischen und Niedersorbischen ³u (d³ud¿i, t³uc; aber: der Name des Sees Dolge).[50]

Im slovinzischen und nordkaschubischen Sprachraum (nur in sg. Bylakischen) verwendeten Mundarten gibt es überdies, ähnlich wie auch im Tschechischen (ausser der schlesichen und mährisch-slowakischen Mundarten), keine Unterscheidung zwischen den Lauten l und ³ (glowa, bël, zloto). Im Tschechischen wurde jenes ³ im 16. Jh. nicht mehr gebraucht.[51] Die Gegenüberstellung l/w kommen wiederum bekanntlich in polnischen, sorbischen, süd- und mittelkaschubischen Mundarten vor, jedoch auch in slowakischen (Záhorácko)[52] und slowenischen Kärtner[53] Dialekten. Die Entwicklung der Opposition l/¾ in den polabischen Idiomen ist durchaus mit der im Slowakischen zu vergleichen (¾audi - slow. ¾udia – die Menschen).

Der Sonant r wurde in fast allen lechischen Sprachen sowie im Niedersorbischen zu ar (altpolab. Garlin, dt. der Topf), das im Dravänopolabischen wiederum zu or (gornëk) wurde.[54] Den Sonanten finden wir im Polabischen als er wieder (verpe, vercha), im Dravänopolabischen als ar (varba, varch). In der polnischen und kaschubischen Sprache vollzog sich vor weichen Konsonanten zunächst die Entwicklung zu ‘ir > ‘er (twierdziæ) oder etwa irz > er(z) (wierzba, wierch). An der Stelle vor harten Mitlauten ist in dem ganzen lechischen Gebiet in allen Fällen  ar (dravänopol. or /  kasch.  ôr (altpolab. carne - dravänopolab. cornë - pl. czarny - kasch. czôrny) zu finden.

Über die Palatalisierg des Konsonantes von gehärtetem Sonante , die so typisch für Kaschubisch ist, gibt es im Altpolabischen keine Zeugnisse (Marlow). Im Dravänopolabischen finden wir jedoch die Form ordë (dt. hart - kasch. cwiardi), bei dem aufgrund des Nichtvorhandenseins des Lautes v ein weicher Vokal auftaucht.

 

Die Laute ø/è/š

 

Der Laut ø (aus dem palatalisierten entstanden), der in der tschechischen, polnischen und kaschubischen Sprache im 13. Jh. zum ersten Mal auftaucht, musste der Verschmelzung der harten Konsonanten ž/š nachgeben (15-18. Jh.). In Westpomoranischen aber kam es wahrscheinlich zu dieser (r’ > ø) Entwicklung nicht (Belgard 1292: Pribislauus, Rügen: Prybboslaf, Pomerellien 1280: Prsibislaw)[55]. Im Kaschubischen hat sich der Laut ø heute schon nicht erhaltet, aber die Aussprache einiger Wörter kann sich dazu ein bißchen nähern (z.B. zdrzec). Die Mehrzahl spricht es jedoch so aus, wie es im Polnischen der Fall ist. Die kaschubischen Konsonanten è/šsind allerdings weicher als die polnischen und stehen den tschechischen erheblich näher. So besteht in der aufmerksamen Aussprache des Kaschubischen beispielsweise ein Unterschied zwischen „mòrze“ ( ž twarde) und „mò¿e“ (weiches ž, aber nicht härter als Ÿ).

Sowohl das Polabische als auch das Dravänopolabische wiesen dagegen zu keinem Zeitpunkt den Laut ø auf (reka). In den noch erhaltenen Wörtern aus dem Altpolabischen kommen è/š/ž nicht vor, da sie, so Maria Je¿owa[56], in den polnischen Dialekten erst im 15. Jh. zum ersten Mal auftauchen. Die šc-Gruppe hat sich in der polnischen und kaschubischen Sprache (auch in Mähren sowie den west- und ostslawischen Mundarten) bis heute erhalten. Im Polabischen finden wir aber u.a. die Konsonantengruppe št, die auch in böhmischen und mittelslowakischen Mundarten häufig erscheint.

 

Palatalisierung der velaren und dentalen Phoneme

 

            Die groß- und kleinpolnischen Dialekte weisen eine Opposition der weichen und harten Laute k/g (drogie/droge) auf. Im Kaschubischen tritt an Stelle des weichen k/g æ/dŸ oder das kaschubische c/dž (d³ud¿i) auf. Im Kabatkischen[57] palatalisieren sich diese Konsonante sogar im Wortauslaut (è³ovjeè - kasch. cz³owiek, biè - kasch. bik). Auch im Dravänopolabischen[58] wurde k/g an einigen Stellen (möglicherweise vor den ursprünglichen o, y, i, u, ъ) zu /ï palatalisiert (ün - Pferd, searë - Axt, vilë - hoch). Die palatalisierten und treten zudem auch in den kv/gv-Gruppen sowie vor ¾ und ñ (g’ozda - Stern, k’ot - Blume, k’¾auc - Schlüssel) auf. Im Dravänopolabischen und Slovinzischen wurde überdies auch das ch palatalisiert (vaux’ü; x’itri).[59] In Zezenow oder anderen Mundarten hörte man auch š (maršev)[60]

Die slawischen ï//ñ entwickelten sich im Polabischen, ähnlich wie in den nordslawischen Sprachen, zu harten Konsonanten (det㠖 ein Kind, teplü – warm, dån – der Tag), lediglich in der Aussprache des Dravänopolabischen hat sich an einigen Stellen die Palatalisierung gehalten, wie z.B. vor dem aus a < ì entstandenen o (ïolü - Geschütz). Im Kaschubischen und Polnischen wurden dagegen aus ï/t bereits im 13. Jh. die palatalisierten Affrikaten c’/dz’ (ähnlich wie in der heutigen weißrussischen Sprache) und wurden vermutlich im 16. Jh. analog zu den ostslowakischen Dialekt und einigen westslowakischen Mundarten zu harten c/dz. Dies hat wahrscheinlich nicht im Westpomoranischen passiert (Kesslin 1303: Teslaus, Kolberg 1294: Tezlaus, Schlawen 1453: Tesslaf, Thezlaus; Pomerellien 1212 Zeslaus, 1412 Tzeslav)[61]. Dementsprechend sind sie mit den sich aus den urslawischen tj/dj/ktj herausgebildeten c/dz derweil identisch. In allen westslawischen Sprachen ist überdies eine Vereinfachung der Affrikaten dz zu z erfolgt (zwãk, zwòn, cëzy), eine Tendenz die im Slovinzischen vergleichsweise noch weitaus größer war (mieza - czes.mez, saza - czes. sází).[62]

 

             Das Ziel meines bescheidenen Aufsatzes war vor allem der Versuch, nicht nur den Vergleich der Phonetik des Kaschubischen und Polabischen aufzuzeigen, sondern auch ihre Entwicklung im gesamtslawischen Kontext darzulegen. Das Kaschubische beispielsweise hat in seiner Sprachhistorie eine Entwicklung hinter sich, die nur mit wenigen anderen slawischen Sprachen vergleichbar ist. Höchst bedauerlich ist überdies auch die Tatsache, dass eine derart originelle Sprache wie das Dravänopolabische sich über die Jahre nicht erhalten konnte und keine eigene Literatur herauszubringen vermochte.

 

 

Literatur:

 

Aнaнъeвa Н. E. - Истoрия и диaлeктoлoгия пoльскoгo языкa - Мoсквa 1994

Atlas jêzykowy kaszubszczyzny i dialektów s¹siednich XIII Wroc³aw-Warszawa-Kraków- Gdañsk 1976

Dejna Karol - Dialekty polskie Wroc³aw-Warszawa-Kraków Ossolineum 1993

Je¿owa, Maria - Dawne s³owiañskie dialekty Meklemburgii w œwietle nazw miejscowych i osobowych cz.1 Fonetyka - Wroc³aw-Warszawa-Kraków Ossolineum 1961

Lehr-Sp³awiñski, Tadeusz - Gramatyka po³abska Lwów 1929

Lehr-Sp³awiñski, Tadeusz - O narzeczach nadba³tyckich, in: Kaszubi, kultura i jêzyk - Toruñ 1934, S.251-302

Lorentz F. - Geschichte der pomoranischen Sprache Berlin-Leipzig 1925

Lorentz F. - Gramatyka pomorska Wroc.,Warsz.Krak. 1958-1962

Лoрeнтц Ф. -O пoмeрeльскoм {дрeвнe-кaшубскoм} языкe дo пoлoвины XУ-oгo стoлeтия - дo 1466 -  1905,1906

Lorentz F. - Slovinzische Grammatik St.Petersburg 1903

Nitsch, Kazimierz - Stosunki pokrewieñstwa jêzyków lechickich - Kraków 1903 w: Materia³y i práce komisji jêz.Akad.umiejêtnoœci w Krakowie

Popowska-Taborska, Hanna - Kaszubszczyzna - PWN Warszawa 1980

Супрун A.E. - Пoлябский язык - Минск Унивeрситeтскoe 1987

Topoliñska Z - A historical Phonology of the Kashubian Dialects of Polish - The Hague - Paris Mouton 1974

 



[1] Die letzte Frau, die das Dravänopolabische gesprochen haben soll, starb im Jahre 1756. (Vgl. Strzelczyk J.: Po tamtej stronie Odry, Warszawa 1968, S.261)

[2] Popowska S.10-11, 49-50

[3] Strzelczyk str.28-33

[4] Dejna S.143

[5] Lehr S. 102-139

[6] Popowska S. 30-31

[7] Ananiewa S. 134

[8] Je¿owa S.25-6

[9] Je¿owa S.31-32

[10] Lehr S. 40-44

[11] Lorentz: Slovinz. S.36

[12] Lorentz: Slovinz.S.38

[13] Lorentz: Slovinz. S.58-63

[14] Lorentz: Geschichte S. 35

[15] Dejna S.179-181

[16] Lorentz: Geschichte S. 46

[17] Lorentz: Slovinz. S.367-8

[18] Lorentz: Geschichte S.46

[19] Lehr S. 40

[20] Lehr S. 45-49

[21] Je¿owa S. 45-47

[22] Bìlic J.: Nástin èeské dialektologie, Praha 1972, S. 92-96

[23] Dejna S.149-152, Lorentz: Slovinz. S.37

[24] Logar T.: Slovenska nareèja, Ljubljana 1975, S.116

[25] Bìlic S. 244

[26] Dejna S.160-164

[27] Je¿owa S.36-39

[28] Lorentz: Slovinz.S.147

[29] Dejna S.75-78

[30] Je¿owa S.24

[31] Lehr S.34-35

[32] Lehr S.39

[33] Je¿owa S. 77-78

[34] Lehr S. 64-66

[35] Lorentz: Slovinz. S. 74-75

[36] Popowska S. 28

[37] Lorentz: Slovinz. S. 80

[38] Dejna S. 65-66, 88-89

[39] Vidoeski, B.: Dijalektite na Makedonskiot jazik II, Skopje 1999, S.76

[40] Je¿owa S. 53-60

[41] Лoрeнтц Ф. -O пoмeрeльскoм...II., S. 91

[42] Лoрeнтц Ф. -O пoмeрeльскoм... II. S.111-112

[43] Lorentz: Geschichte S.55-6

[44] Dejna S.188-191

[45] Lehr S.38-39

[46] Лoрeнтц Ф. -O пoмeрeльскoм... I., S.139; Lehr-Sp³awiñski: O narzeczach...S.292

[47] Schuster-Šewc, Heinz, Das Sorbische im slawischen Kontext, Budyšin 2000, S. 60

[48] Lorentz: Slovinz.S.90-91

[49] Lorentz: Geschichte S. 46

[50] Lorentz: Slovinz. S.93

[51] Lamprecht A. a kol.: Historická mluvnice èeštiny, Praha 1986, S.94

[52] Krajèoviè R.: Vývin slovenského jazyka a dialektológia, Bratislava 1988, S.209

[53] Logar S.109

[54] Lehr S. 61-63

[55] Лoрeнтц Ф. -O пoмeрeльскoм...II. S.103

[56] Je¿owa S.97-100

[57] Lorentz: Slovinz. S.383

[58] Lehr S.74-79

[59] Lorentz: Slovinz. S. 141

[60] Lorentz: Slovinz. S. 380

[61] Лoрeнтц Ф. -O пoмeрeльскoм...II.  S. 109

[62] Lorentz: Slovinz. S. 134